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Leseprobe |
»Wohin man auch blickt, wird es deutlich: Unsere Gesellschaft hat sich dem Ideal der Jugendlichkeit verschrieben. Jung gilt als dynamisch und ist in, während alt nur zu gerne mit grauer, lethargischer Tristesse und dem Warten aufs Ableben gleichgesetzt wird. Gottlob haben sich die Oldies - mitnichten despektierlich gemeint - diesen Stempel nicht aufdrücken lassen und demonstrieren mittlerweile in allen Bereichen, so auch im Sport, zu welcher Lust am Leben und Kräftemessen gerade ältere Menschen fähig sind. Nur allzu oft zeigen sie heutzutage 16-jährigen "Schlaffis", was eine Harke ist. Außerdem haben sie längst den Fun-Faktor für sich entdeckt, den die Jungen ursprünglich für ein ureigenes Privileg ihrer Generation hielten. Vielen der aktiven Alten, deren Horizont bei weitem über Schwarzwälderkirschtorte und den "Musikantenstadl" hinausreicht, legen eine charakteristische Mischung aus Initiative und Erfahrung an den Tag, die gepaart ist mit einem nur schwer zu stillenden Erlebnishunger. Sich hängen lassen gilt nicht, jeder Tag muß ausgekostet und sinnvoll genutzt werden! Vielfach sind Oldies heute kommunikativer als die pubertierenden Youngsters, bei denen das "SMSen" oft den Dialog ersetzt. Mancher rüstige Rentner hat längst Feuer gefangen für die Möglichkeiten der modernen Kommunikationstechnik. Es ist an der Zeit, die Zerrbilder über alte Menschen zu revidieren und auch seitens der Vereine und Verbände offensiver denn je auf diese gut informierte Zielgruppe zuzugehen, die weiß, was sie will. Generell legen alte Menschen heute soviel Wert auf Fitness wie nie zuvor und nicht wenige der unermüdlichen Senioren betätigen sich so ganz nebenbei noch als Jogger, Walker, Schwimmer, Mountainbiker oder gar Inline-Skater. Schaut man sich heute einen der großen City-Marathonläufe an, wird man erstaunt registrieren, wie viele durchtrainierte Rentner und Pensionäre die Ziellinien passieren. So mancher weißhaarige Zeitgenosse ist heutzutage tatsächlich fit wie der sprichwörtliche Turnschuh. Was die Alten machen, das machen sie richtig und regelmäßig, da sie ihre Lebenspläne meist konsequenter durchziehen als Jugendliche, die noch auf der Suche nach Inhalten und Zielen sind. Viele der eifrigen Endsechziger und Mittsiebziger haben längst auch den Tischtennissport und seine immensen Möglichkeiten, körperlich und geistig frisch zu bleiben, sowie seine eminent gesundheitsfördernde Wirkung entdeckt. Das Seniorenwohnheim ist megaout, Fitness und Trainingsprogramme stehen dagegen auch im Tischtennis hoch im Kurs, gleichgültig, ob die rüstigen Oldies nun mehr leistungsorientiert sind oder sich als reine Freizeitsportler verstehen.« |
(Textauszüge u. Fotos aus "Die Oldies kommen", Titelstory in: Deutscher Tischtennis Sport 7/2003, S.12-16) |
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